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Steuertipps13.08.2015

Hinweise zur Beschäftigung von Schülern, Studenten und Praktikanten

Grundsätzlich können Schüler und Studenten immer nach den normalen Regeln für Minijobs beschäftigt werden.

Ein monatlicher Aushilfslohn bis zu einer Höhe von 450 € wird hinsichtlich der Lohnsteuer

  • pauschal mit 2 % (inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) besteuert

oder

  • nach den vom Bundeszentralamt an den Arbeitgeber rückübermittelten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) versteuert.

Die pauschalen Sozialversicherungsbeiträge betragen für den Arbeitgeber (Praxis, Betrieb)

  • für Rentenversicherung 15 %,
  • für Krankenversicherung 13 %.

In der Regel lohnt sich die Versteuerung nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM), wenn diese nicht bereits bei einem ersten Dienstverhältnis (Hauptbeschäftigung) verwendet werden, da dann auch die pauschale Lohnsteuer eingespart werden kann. Ansonsten ist auch die Übernahme der Pauschalsteuer durch den Arbeitnehmer möglich. Die pauschale Sozialversicherung trägt dagegen immer der Arbeitgeber. Im Übrigen sind die „normalen“ Besonderheiten zu beachten (z.B. bei Beschäftigung im Privathaushalt, privater Krankenversicherung, Befreiungsoption bei der Rentenversicherung).

Bei Einhaltung der Grenzen für eine kurzfristige Beschäftigung - maximal 3 Monate (bisher 2 Monate) bzw. 70 Arbeitstage im Kalenderjahr (bisher 50 Arbeitstage) (Neuregelung befristet bis 31.12.2018) – ist eine nicht berufsmäßig ausgeübte Beschäftigung komplett sozialversicherungsfrei. Dann fällt auch für Studenten keine Rentenversicherung an!

Darüber hinaus gelten folgende Besonderheiten:

Schüler

Die Beschäftigung von Jugendlichen über 15 Jahren während der Schulferien - maximal 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage im Kalenderjahr - ist nicht berufsmäßig und kann daher als kurzfristige Beschäftigung berücksichtigt werden. Ansonsten unterliegen Schüler der normalen Sozialversicherungspflicht, wobei allerdings generell keine Arbeitslosenversicherung anfällt.

Der Status „Schüler“ endet mit dem Zeitpunkt der Aushändigung des letzten Zeugnisses, nicht mit dem Ende des letzten Schuljahres. Die Schülereigenschaft ist durch die Vorlage einer Schulbesuchsbescheinigung nachzuweisen.

Betriebspraktika von Schülern sind schulische Ausbildungen im Rahmen einer Schulveranstaltung in Betrieben mit einer Dauer von zwei bis vier Wochen, ohne arbeitsrechtliche Pflicht zur Zahlung von Arbeitsentgelt und Alterseinschränkung. D.h. es handelt sich dann nicht um ein Arbeitsverhältnis. Evtl. Taschengeldzahlungen sollten mit der Schule abgesprochen werden. Bei besonderen Projekttagen, wenn der Verdienst direkt vom Arbeitgeber an die begünstigte gemeinnützige Einrichtung gezahlt wird, bleibt der Verdienst aus Vereinfachungsgründen ggfs. komplett abgabefrei.

Schulabgänger

Wichtig: Bei Schulabgängern gilt die 70-Tage-Grenze für sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigungen nur, wenn nach der Beschäftigung ein Studium aufgenommen wird. Wird nach der Beschäftigung eine versicherungspflichtige Berufsausbildung, ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oder eine sonstige „berufsmäßige“ Beschäftigung aufgenommen, ist auch der „Ferienjob“ schon versicherungspflichtig bzw. bis 450 € als geringfügiger Mini-Job einzustufen!

Als berufsmäßige Beschäftigung gelten befristete Beschäftigungen vor Aufnahme einer Dauerbeschäftigung, eines Ausbildungsverhältnisses, versicherungsfreien Dienstverhältnisses als Beamter auf Widerruf, als Soldat auf Zeit oder Berufssoldat oder eines dualen Studiums. Ebenso Beschäftigungen zwischen Schulende und Teilnahme am freiwilligen sozialen Jahr und Bundesfreiwilligendienst. Das gilt auch, wenn nach deren Ende ein Studium beabsichtigt ist!

Mit Ende der Schülereigenschaft entfällt außerdem die Sonderregelung zur generellen Versicherungsfreiheit in der Arbeitslosenversicherung für Schüler.

Studenten

Studenten, die einem Minijob nachgehen und gleichzeitig BAföG erhalten, müssen die entsprechenden Einkommensgrenzen beachten (Anhaltewert beim Nebenjob max. 406,66 € im Monat/4.880 € pro Jahr; bei einer Praktikumsvergütung 0,00 €, kein Freibetrag!). Überschreiten Studenten diese Grenzen, wird ihnen das BAföG anteilig gekürzt. Außerdem ist ggf. bei Familienversicherung in der Krankenversicherung die Entgeltgrenze von 450 € für alle Minijobeinkünfte und die Entgeltgrenze für Miet- und Zinseinkünfte von 395 € im Monat zu beachten.

Während des Semesters sind Studenten unabhängig vom Arbeitsverdienst versicherungsfrei in der Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Voraussetzung ist allerdings, dass der Student nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Tut er das doch, müssen grundsätzlich Beiträge zu allen Sozialversicherungszweigen gezahlt werden (Ausnahme: Die Arbeitszeiten liegen nachweislich außerhalb der Vorlesungszeiten und beeinträchtigen das Studium nicht). Außerdem erkennt die Sozialversicherung sog. „Langzeitstudenten“ nicht mehr an. Achten Sie also auf die Semesterzahl (nicht über 25 Fachsemester). Die studentische Krankenversicherung endet bereits nach dem 14. Fachsemester, spätestens mit dem 30. Lebensjahr.

Darüber hinaus können Studenten, die während des Semesters gar nicht oder nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten, in den Semesterferien unabhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit und der Höhe des Arbeitsentgelts einer Beschäftigung nachgehen, ohne dass sie aus dieser Beschäftigung Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zahlen müssen.

In der Rentenversicherung gelten keine Besonderheiten für Studenten. Hier sind wie bei allen anderen Arbeitnehmern anteilige Rentenversicherungsbeiträge vom Studenten zu zahlen, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt die Geringfügigkeitsgrenze von 450 € übersteigt und die Beschäftigung nicht von vornherein auf maximal 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres befristet ist.

Praktikanten

Für Praktika während des Studiums gibt es unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der sozialversicherungs-rechtlichen Beurteilung. Hier ist zwischen Praktika zu unterscheiden, die in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben sind und solchen, die freiwillig abgeleistet werden.

Absolvieren Studenten im Rahmen ihres Studiums ein Pflichtpraktikum, ist dieses Praktikum sozialversicherungsund beitragsfrei, wenn sie gleichzeitig immatrikuliert sind. Die Höhe des Arbeitsentgelts spielt dabei keine Rolle. Um nachzuweisen, dass es sich um ein vorgegebenes Praktikum handelt, reicht die Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung sowie der Immatrikulationsbescheinigung beim Arbeitgeber.

Entscheidet sich der Student allerdings freiwillig für ein Praktikum, welches nicht in der Studien- oder Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, gelten die allgemeinen Regeln für Schüler und Studenten.

Wenn ein Praktikant unentgeltlich bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist - ohne Versicherungsträger (Schule, Hochschule) - dann ist dieser grundsätzlich automatisch bei der zuständigen Berufsgenossenschaft unfallversichert. Bei unentgeltlicher Beschäftigung zur Berufsausbildung werden ggfs. Mindestbeträge zur Sozialversicherung fällig.

Duale Studiengänge

Studenten in dualen Studiengängen sind seit 2012 den Auszubildenden gleichgestellt und voll versicherungspflichtig in allen Zweigen der Sozialversicherung. Studiengebühren, die der Arbeitgeber bei einer im dualen System durchgeführten Ausbildung aufgrund einer Vereinbarung mit der Bildungseinrichtung als unmittelbarer Schuldner trägt, sind kein Arbeitslohn. Ansonsten kommt es auf die vertraglichen Vereinbarungen an (vgl. BMF-Schreiben vom 13.04.2012).

Es ist immer erforderlich, dass eine Meldung bei der Krankenkasse erfolgt. Bitte beachten Sie für die Vollständigkeit Ihrer Unterlagen auch unser Personalstammblatt!

Mindestlohn

Gilt grundsätzlich immer. Ausnahmen:

Schüler ohne abgeschlossene Berufsausbildung und unter 18 Jahren

Praktikanten

  • Pflichtpraktika aufgrund schul- oder hochschulrechtlicher Bestimmung oder Ausbildungsordnung
  • freiwillige (Orientierungs-) Praktika bis 3 Monate
  • Einstiegsqualifizierungen gemäß SGB III oder Berufsbildungsgesetz

Alle Hinweise und Angaben wurden von uns sorgfältig zusammengestellt. Sie dienen der Beratungsunterstützung und Vorabinformation unserer Mandanten. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir eine Gewähr und Haftung nur auf Grund von ausdrücklich erteilten Einzelberatungsaufträgen übernehmen können. Rufen Sie uns an und vereinbaren bei Bedarf einen persönlichen Besprechungstermin! Gerne erläutern wir Ihnen dann die Einzelheiten zu Ihrem konkreten Fall!

DB/Ma/We

http://www.bpw-online.de/steuertipps/hinweise-zur-beschaeftigung-von-schuelern-studenten-und-praktikanten.html