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Die Sonne lacht - das freut den Betreiber von Photovoltaikanlagen

 

Steuertipps für private „Stromfabrikanten“

Damit sich das Finanzamt nicht zu viel mit-„freut“ gilt es diverse Steuerregeln zu beachten.

Viele Besitzer von selbstgenutzten Einfamilienhäusern errichten z. B. eine solche Photovoltaikanlage auf ihrem Hausdach. Gewinne aus der Einspeisung ins Stromnetz werden vom Finanzamt als gewerblich eingestuft und sind steuerpflichtig. Da stellt sich dann natürlich die Frage, ob eventuell anteilige Hauskosten dadurch steuerlich abziehbar werden. Dabei geht es vor allen Dingen um Kosten von selbstgenutzten Wohnhäusern, die ja ansonsten nach deutschem Steuerrecht nicht von steuerlicher Relevanz sind.

Grundsätzlich kein Abzug von privaten Hauskosten bei der Photovoltaikanlage

Aktuell am 19.03.2014 hat der Bundesfinanzhof ein Urteil veröffentlicht zu einer privaten Reithalle, auf der eine Anlage errichtet war (BFH-Urteil vom 17.10.2013, Az. III R 27/12). Der Steuerpflichtige wollte gerne anteilig auch Kosten der Halle abziehen, da ohne diese Halle die Dachanlage naturgemäß nicht hätte errichtet werden können. Der Bundesfinanzhof hat aber geurteilt, dass die Halle und die Photovoltaikanlage zwei verschiedene Wirtschaftsgüter sind und daher ein anteiliger Kostenabzug der privaten Hallenkosten bei der Photovoltaikanlage nicht in Betracht kommt. Das gilt dann entsprechend auch für Anlagen auf privaten Wohnhäusern, d. h.: Haus und Hauskosten bleiben privat und sind nicht abziehbar.

Ausnahmen: Besondere Fundamente und Verstärkungen

Da aber auch die Fundamente und die Grundlage der Photovoltaikanlage „irgendwie“ dazugehören, gibt es hier in der Tat einen Grenzbereich. Abziehbar sind z. B. Kosten, wenn etwa Verstärkungselemente oder Fundamente notwendig sind, um derartige Aufbauten möglich zu machen. Steuerlich heißt eine Photovoltaikanlage „Betriebsvorrichtung“ und alle im direkten Zusammenhang mit der Betriebsvorrichtung notwendigen Aufwendungen, auch wenn sie für sich genommen zum Gebäude gehören würden, sind abziehbar.

Grenzfälle: Verfahren beim Bundesfinanzhof anhängig

Das ist allerdings im Einzelfall ggfs. schwer zu unterscheiden und deshalb gibt es auch noch ein Verfahren, das beim Bundes­finanzhof anhängig ist. Dort geht es um die Kosten einer Dachsanierung vor In­stallation der Photovoltaikanlage. Das Verfahren mit dem Az. X R 32/12 wird zeigen müssen, wie genau eine Aufteilung in solchen Grenzfällen zu erfolgen hat.

Neues Urteil nicht nur nachteilig für Einfamilienhausbesitzer

Positiv zu werten ist, dass der Bundesfinanzhof eindeutig gesagt hat, dass das pri­vate Gebäude 100% privat bleibt. Auch wenn dann die Kosten nicht abziehbar sind, so hat diese Beurteilung nicht nur Nachteile. Was viele nicht bedenken ist, dass betrieblich genutzte Gebäudeteile wie z. B. auch das häusliche Arbeitszimmer zum sog. steuerli­chen Betriebsvermögen gehören. Das hat Nachteile z. B. im Erbfall, wenn die Steu­erfreiheit für das selbstgenutzte Familienheim genutzt werden soll: dann gehört der betriebliche Anteil nicht dazu. Nachteile entstehen auch bei Ver­äußerung: Hier endet nämlich die Spekulationsfrist nicht nach 10 Jahren, sondern bleibt bis zur Betriebsaufgabe fortbestehen, und der betriebliche Gebäudeanteil löst bei Verkauf oder Entnahme Steuerpflicht aus.

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