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Steuertipps03.08.2015

Doppelte Haushaltsführung: steuerlicher Kostenabzug bei Singles und Doppelverdiener-Paaren

Ziehst du zu mir - zieh ich zu dir?

In unserer globalisierten Lebens- und Arbeitswelt kommt es immer häufiger vor, dass Paare nicht nur an verschiedenen Orten arbeiten, sondern dort auch wohnen. Inzwischen rankt sich eine Fülle von Bestimmungen und Urteilen um die Frage, welche Kosten bei einer solchen doppelten Haushaltsführung steuerlich abgezogen werden können und – speziell bei Singles – ob überhaupt eine doppelte Haushaltsführung vorliegt, wenn man bei Eltern oder Partner nur „zu Besuch“ ist ohne sich an den Haushaltskosten zu beteiligen.

Abziehbare Kosten

Wird eine doppelte Haushaltsführung anerkannt, dann sind wöchentliche Familienheimfahrten mit der Entfernungspauschale von der Steuer abziehbar ebenso wie die Unterkunftskosten am Arbeitsort. Wird die doppelte Haushaltsführung neu begründet, dann können sogar für die ersten 90 Tage Verpflegungsmehraufwendungen wie bei einer Auswärtstätigkeit geltend gemacht werden.

Wann liegt ein doppelter Haushalt vor?

Einfach ist das bei Familien mit Kindern: dann wird in der Regel der Familienwohnsitz als Lebensmittelpunkt angesehen und eine Zweitwohnung des Ehepartners am Arbeitsort ist dann ein doppelter Haushalt. Schwierig wird es bei Kindern, die unter der Woche auswärts tätig sind und wohnen, jedoch ihren Erstwohnsitz noch bei den Eltern haben und regelmäßig dorthin ins "Hotel Mama" und zu ihren Freunden und Hobbies zurückkommen: solange die Kinder noch zu Hause wohnen und ledig sind und nichts zum Haushalt beitragen, dann gilt der Familienwohnsitz zwar als ihr Lebensmittelpunkt, jedoch nicht als ein eigener Haushalt.

Im Zweifel: Entscheidung anhand einer "Gesamtwürdigung aller Umstände des Einzelfalls"

Im Detail kann die Entscheidung sehr schwierig sein und eine Gratwanderung. Zuletzt hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 07.05.2015 VI R 71/14 zur doppelten Haushaltsführung bei beiderseits berufstätigen Eheleuten diese ständige Rechtsprechung noch einmal gefestigt. Er kommt in dem Urteil aufgrund der "Gesamtumstände" zu dem Ergebnis, dass bei Vorliegen von zwei gleichwertigen und für das gemeinsame Leben ausreichenden Wohnungen nicht unbedingt die Erstwohnung dort ist, wo sich das Paar im Veranlagungszeitraum am häufigsten aufgehalten hat. Die beibehaltene ursprüngliche Ehewohnung kann vielmehr Erstwohnung bleiben und dann liegt kein doppelter Haushalt für den dorthin pendelnden Ehepartner vor.

Neu: Volle Berücksichtigung von sog. „Wegzugsfällen“

Umstritten war lange der Fall, dass zwei Partner zunächst an getrennten Orten leben und arbeiten und dann einer der beiden seinen Hauptwohnsitz vom Arbeitsort wegverlegt, um einen gemeinsamen Haushalt mit dem Partner oder der Partnerin zu gründen. Inzwischen sind jedoch auch diese Wegzugsfälle als Grund für eine doppelte Haushaltsführung anerkannt und neuerdings kann sogar in den Wegverlegungsfällen in den ersten 3 Monaten die Verpflegungspauschale in Anspruch genommen werden. Das hat der BFH mit Beschluss vom 08.10.2014 VI R 7/13 entschieden und der Bundesfinanzminister hat das Urteil am 31.03.2015 im Bundessteuerblatt veröffentlicht und für allgemein anwendbar erklärt, so dass sich Betroffene darauf berufen können.

Autorin: Dr. Dorothee Böttges-Papendorf, StBin

http://www.bpw-online.de/steuertipps/doppelte-haushaltsfuehrung-steuerlicher-kostenabzug-bei-singles-und-doppelverdiener-paaren.html