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Aber auch das klassische Buch hat nicht ausgedient.

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Umsatzsteuer bei Bauleistungen

Wer mehr als 10 % seines Gesamtumsatzes mit Bauleistungen macht, wird umsatzsteuerlich als sogenannter Bauleister eingestuft. Das hat Konsequenzen bei der Handhabung der Umsatzsteuer, wenn ein Bauleister als Subunternehmer für einen anderen Bauleister tätig wird. In diesem Fall tritt nämlich die sogenannte Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers gem. § 13 b UStG ein. Das heißt der Subunternehmer stellt eine Nettorechnung und der Leistungsempfänger führt die Umsatzsteuer ab. Wenn er selbst zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, dann ergibt sich für ihn eine Zahllast von 0.

"Von außen" ist für die Beteiligten nicht immer leicht zu erkennen, ob der Geschäftspartner nun wirklich ein Bauleister in diesem Sinne ist. Außerdem hatte ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 2013 für neue Nachweisprobleme gesorgt, weil es zusätzlich darauf ankommen sollte, ob der Empfänger seinerseits die Leistung wieder für Bauleistungen verwendet. Hatte einer der Beteiligten die Situation falsch eingeschätzt, dann konnte es für den Subunternehmer zu einer Umsatzsteuernachforderung kommen (wenn nämlich sein Kunde die Leistung nicht für eine eigene Bauleistung verwendet hat wie z.B. Bauträger bei Bebauung eigener Grundstücke) oder für Leistungsempfänger, wenn sie fälschlich die Steuer nicht einbehalten haben, weil sie die Leistung nicht als Bauleistung beurteilt hatten.

Hier wurde durch die Neuregelung in § 13 b UStG durch das sogenannte Kroatien-Anpassungsgesetz vom Juli 2014 mit Wirkung ab 01. Oktober 2014 sowie durch das Steueränderungsgesetz 2015 mehr Rechtssicherheit geschaffen durch folgende Regelungen:

  1. Für die Anwendung der Umkehr der Steuerschuldnerschaft gem. § 13 b UStG bei Bauleistungen zwischen zwei Bauleistern (also der typische Subunternehmerfall) kommt es nur noch darauf an, dass beide Beteiligten Bauleister im Sinne des Umsatzsteuergesetzes sind.
  2. Die Eigenschaft als Bauleister wird nachgewiesen durch eine spezielle Bescheinigung für Umsatzsteuerzwecke USt 1 TG.

Durch das Steueränderungsgesetz 2015 (mit Wirkung ab dem Tag nach Verkündung, voraussichtlich im November 2015) werden Installations- und Wartungsarbeiten an Betriebsvorrichtungen, die fest mit Grundstücken verbunden sind, als Bauleistungen ausdrücklich in den Anwendungsbereich des § 13 b UStG einbezogen.

  • Unsere Checkliste für die erforderlichen Belegnachweise und Rechnungsangaben bei Bauleistungen finden Sie hier.
  • Einzelheiten zur aktuellen Rechtslage 2015 erfahren Sie in dem Beitrag von Dr. Dorothee Böttges-Papendorf

Was Sie in mißglückten Altfällen tun können und inwieweit Vertrauensschutz bei Umsatzsteuernachforderungen besteht, haben wir in dem Beitrag Umsatzsteuer bei Bauleistungen: So kommen Sie in Altfällen zu Ihrem Recht (Rechtslage 2014 und früher).

http://www.bpw-online.de/steuertipps/umsatzsteuer-bei-bauleistungen.html