BÖTTGES-PAPENDORF-WEILER · Steuerberater Wirtschaftsprüfer · Partnerschaftsgesellschaft mbB

bpw Aktuell

Wir schütten Sie nicht mit Steuertipps zu: Aber manche Themen sind so existenziell wichtig für Ihren (betrieblichen) Steueralltag, dass wir unseren Mandanten zusammmen mit unseren Lohn-/FiBu-/Jahreabschlussanschreiben gezielt fundamentale Informationen zukommen lassen. Diese können Sie hier auch für eine gewisse Zeit noch einmal nachlesen.

Lohn aktuell:

Meldepflicht zur Schwerbehindertenabgabe bis 31.03.2020 an Bundesagentur für Arbeit

Arbeitgeber ab jahresdurchschnittlich 20 Arbeitsplätzen (Vollzeit) sind verpflichtet, zum 31.03. des Folgejahres eine Anzeige über die Erfüllung der Beschäftigungspflicht nach § 80 SGB IX (Meldung zur Schwerbehindertenabgabe) zu erstellen. Mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze sind in diesem Fall mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen.

Meldepflicht zur Künstlersozialabgabe bis 31.03.2020

Die Künstlersozialkasse verpflichtet Unternehmen, die regelmäßig Aufträge zur Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für das Unternehmen an selbständige Künstler und Publizisten vergeben, zu einer Abgabe in Form einer Umlage (sog. Künstlersozialabgabe) nach § 24 Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG). Hierunter fällt beispielsweise u.a. die regelmäßige Beauftragung von Webdesignern zur Internet-Auftrittsgestaltung des Unternehmens. Von einer Abgabepflicht wird dann ausgegangen, wenn die Nettoentgelte an die Künstler in Summe 450,00 € pro Jahr übersteigen. Sollten Aufträge an Künstler für nicht mehr als drei Veranstaltungen pro Jahr vergeben werden, besteht keine Verpflichtung zur Entrichtung der Abgabe, auch wenn die 450,00-Grenze überschritten wird. Abgabepflichtige Unternehmen müssen die gezahlten Entgelte aufzeichnen und bis zum 31. März eines jeden Jahres die im abgelaufenen Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte auf einem gesonderten Formular melden, das sie von der Künstlersozialkasse (KSK) erhalten. Ergänzende Information, sofern noch nicht bekannt: Seit 2015 verlangt das Gesetz (Sozialgesetzbuch IV), dass die Künstlersozialabgabe Gegenstand jeder regelmäßig stattfindenden Betriebsprüfung durch die Deutsche Rentenversicherung ist.

Informationen für das Lohnbüro zum Jahreswechsel 2019/2020

In unserem Informationsblatt für das Lohnbüro zum Jahreswechsel 2019/2020 informieren wir Sie wie üblich über ausgewählte Must-Knows fürs Lohnbüro zum Jahreswechsel.

Minijobs auf Abruf

Seit dem 01.01.2019 ist das Gesetz zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts – Einführung einer Brückenteilzeit vom 11.12.2018 (Bundesgesetzblatt I S. 2384) in Kraft getreten. Das Gesetz enthält Änderungen des § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), der die Rahmenbedingungen für die Arbeit auf Abruf (z. B. geringfügig Beschäftigte Aushilfen) regelt. Ist die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit nicht mit dem Arbeitnehmer festgelegt bzw. schriftlich in einem Arbeitsvertrag oder den sog. Mindestangaben zum Arbeitsverhältnis nach dem NachwG zum Arbeitsverhältnis vereinbart, gilt seit 01.01.2019 eine Arbeitszeit von 20 Stunden pro Woche (bisher 10 Stunden) als vereinbart. Bei nicht vereinbarter Arbeitszeit werden nun auch für Minijobber (geringfügig Beschäftigte, Aushilfen) 20 Wochenstunden für die Abrufarbeit festgelegt. Unter Berücksichtigung des gesetzlichen Mindestlohns von aktuell 9,19 € würde damit die Minijob-Grenze von 450 € (20 Wochenstunden x 4,33 Wochen/mtl. = 86,60 Monatsstunden x 9,19 € Mindestlohn = 795,85 €) überschritten und das Beschäftigungsverhältnis damit sozialversicherungspflichtig.

Unsere Empfehlung für Sie: Vereinbaren Sie auch bei Minijobs auf Abruf (geringfügig Beschäftigte Aushilfen) eine feste wöchentliche oder monatliche Arbeitszeit.

Neu ab 01.07.2019: Aus Gleitzone wird Übergangsbereich – die sog. Midijobs

Zum 1. Juli 2019 treten für die bisherige Gleitzone einige Neuregelungen in Kraft. Rechtsgrundlage dafür ist das „Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung – RV-Leistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz“; Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 04.12.2018. Ab dem 1. Juli 2019 wird der Begriff „Gleitzone“ durch den Begriff „Übergangsbereich“ ersetzt. Außerdem wird die Entgeltgrenze des Übergangsbereichs von bisher 850 € auf 1.300 € angehoben. Bei mehreren nebeneinander bestehenden Beschäftigungsverhältnissen ist das insgesamt aus allen Beschäftigungen erzielte Arbeitsentgelt maßgebend. Der Vorteil einer Beschäftigung im Übergangsbereich besteht darin, dass bis zu einer festgelegten Verdienstobergrenze verringerte Arbeitnehmerbeiträge gezahlt werden. Zudem wird sichergestellt, dass die reduzierten Rentenversicherungsbeiträge nicht mehr zu geringeren Rentenleistungen führen. Gerne beraten wir Sie für Ihren individuellen Fall z.B. mit Vorschaurechnungen.

Arbeitsunfähigkeit bis zu 3 Tage ohne Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung

Für Arbeitnehmer, die keine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, kann bei einer Krankheitsdauer von maximal 3 Tagen, ein Erstattungsantrag der Lohnfortzahlung bei der Krankenkasse auch ohne Krankenschein gestellt werden. Dafür sollte allerdings stets ein vom Arbeitnehmer verfasster Zweizeiler über das Fernbleiben von der Arbeit aus gesundheitlichen Gründen zur Personalakte des Arbeitnehmers genommen werden. Nach Ablauf der drei sogenannten Karenztage muss der Arbeitgeber ein ärztliches Attest erhalten, das ihm sagt wie lange der Arbeitnehmer voraussichtlich fehlen wird. Falls Sie die o. g. „Drei-Tage-Regelung“ anwenden, denken Sie daran uns darüber zu informieren.